LANDFRAUEN  GRUNBACH


 Leider müssen im Moment alle  Veranstaltungen  und Sportangebote abgesagt werden.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation können wir in absehbarer Zeit leider noch keine der geplanten Treffen und Vorträge anbieten.
Um aber weiterhin mit Euch/Ihnen in Kontakt zu bleiben, wollen wir in den nächsten Wochen an dieser Stelle interessante Informationen über und um den LandFrauenverein bringen.

                                                                                                      Stand 19.4.21


  

LandFrauenreise nach Ostfriesland und Ammerland

vom 18. bis 23.7.21  bieten wir eine Busreise mit verschiedenen Haltepunkten und Besichtigungen an.
Von Remshalden in den Norden, Störtebekerstrasse, entlang der Nordseeküste,  Insel Langeoog, ins Ammerland. Verschiedene Besichtigungen u.a. Schiffswerft in Papenburg usw.
Bei Interesse bitte Frau Margret Knupfer kontaktieren unter 01622436966.
 Sie wird die Reise organisieren.

Wanderung auf den Engelberg

mit Führung bei den Bienen


Dienstag 20.April 

ABGESAGT

Mitgliederversammlung 

mit anschliessender Maifeier


Donnerstag 6.Mai
18 Uhr

Strassenfest Remshalden

Bewirtung mit Kaffee und Kuchen


Sonntag 20. Juni


Marie-Luise Gräfin Leutrum von Ertingen

die Initiatorin des LandFrauenvereins


Beginnen werden wir mit der Initiatorin des LandFrauenvereins, Marie-Luise Gräfin Leutrum von Ertingen. Sie war es, die im Jahre 1947 mit dem LandFrauenverband Württemberg-Baden die Basis für den Deutschen LandFrauenverband legte.
Aber lest selbst, was Sie in dieser Nachkriegszeit auf die Beine gestellt hat. Die Informationen über die Gräfin haben wir aus dem Internet übernommen und für diesen Einsatz angepasst.

 1.Teil " Kindheit und Familie"

(Inhalt entnommen aus LandFrauen aktuell 3/08  - Originalbericht von Katja Gartz)
Ein Jahr nach der Hochzeit von Ruth Steiner und Diplom-Landwirt Wohlgemuth Steiner kam Marie-Luise 1904 zur Welt. Sie verlebte eine glückliche Kindheit auf dem Schlossgut in Laupheim. Die Mutter der Gräfin war für damalige Verhältnisse eine sehr moderne Frau. Sie schloss eine Ausbildung zur Land- und Hauswirtschaftslehrerin ab und legte Wert auf Gleichberechtigung in der Ehe, ein eigenes Einkommen sowie auf eine eigene befriedigende Tätigkeit neben ihrer Mutterrolle. Während sich Vater Steiner um Vieh- und Dinkelzucht kümmerte, gründete die Mutter landwirtschaftliche Hausfrauenvereine, die Vorläufer der LandFrauenvereine. Marie-Luise wusste schon früh, dass sie in die Fußstapfen ihrer Mutter treten wollte. Nach dem Abitur besuchte sie eine Landfrauenschule und studierte anschließend Land- und Volkswirtschaft in Hohenheim und München. Im Hörsaal lernte sie den Grafen Norwin Hubertus Leutrum kennen. Die beiden heirateten 1930 und zogen in das Schloss in Unterriexingen, dem damaligen Hauptsitz der Leutrums.


2.Teil "Ehe und Kinder" 

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zog sich Gräfin von Leutrum aus der Öffentlichkeit zurück. Bis 1946 kümmerte sie sich ausschließlich um Haus und Garten und vor allem um die wachsende Familie. Am 10.10.1931 wurde Sohn Karl Magnus geboren, am 17.10.1933 Sohn Norwin und am 09.10.1937 Tochter Irmela. Bei ihren Eltern änderte sich vieles. Ihre Mutter musste von ihrem Amt als Landesvorsitzende der Hausfrauenvereine zurücktreten. Die Vereine wurden aufgelöst. Ihre Mutter und ihr Bruder wurden denunziert und von der Gestapo in ein Außenlager des KZ Buchenwald (Bruder) und in das Arbeitslager Rudersberg (Mutter) deportiert. Vergeblich fuhr Marie-Luise nach Berlin, um sich mit einem ranghohen SS-Schergen zu treffen und ihre Mutter freizubekommen. „Sie war eine couragierte Frau“, sagt Sohn Norwin Graf Leutrum. In dieser Zeit wohnte Marie-Luise mit den Kindern in Laupheim, um bei ihrem Vater zu sein. Zurück in Unterriexingen, im Winter 1946/47, beginnt Gräfin Leutrum mit dem Aufbau der LandFrauen-Arbeit.


3.Teil    "Marie Luise Gräfin Leutrum"

Heute würde man Gräfin Leutrum wohl eine erfolgreiche Networkerin nennen. Sie war umtriebig, knüpfte ständig Kontakte und zwar zu neuen Nachbarn wie zu Entscheidungsträgern. Sie suchte die Gespräche zu Politikern aller Parteien, pflegte einen guten Draht zu Mitstreitern wie zu Kontrahenten. Marie-Luise hatte Talent dazu. „Das öffentliche Leben war meiner Mutter auf den Leib geschrieben“, sagt ihr Sohn Karl Magnus. Dabei hatte sie stets ein offenes Ohr für die Sorgen ihrer Mitmenschen. Doch der Gräfin ging es um mehr als um gute Kontakte. Sie wollte verändern und gestalten. Ihre Offenheit, ihr Charme und ihr Durchsetzungsvermögen halfen ihr dabei. Die Landfrauenarbeit entwickelte sich zu ihrer Herzensangelegenheit. Sie setzte ihre ganze Energie in den Aufbau der Verbände, stets mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Frauen auf dem Land und die Infrastruktur der Dörfer zu verbessern.
Die Gräfin selbst habe oft gesagt, die Nachkriegszeit, in der wiederaufgebaut und angepackt werden konnte, sei ihre beste Zeit gewesen. „Man muss sich diese Zeit vorstellen“, betonte die Gräfin in einem ihrer letzten Interviews. Tausende Flüchtlinge kamen nach dem Zweiten Weltkrieg in die Umgebung von Unterriexingen, dem Wohnsitz der Familie Leutrum in Württemberg. Einige Familien nahmen die Leutrums in ihr Schloss auf. Große Not herrschte auf den Höfen. Viele Frauen mussten die ganze landwirtschaftliche Arbeit allein stemmen, weil Männer und Söhne gefallen oder in Kriegsgefangenschaft waren. Die Gräfin wollte helfen.

 4. Teil

Aus dem Nebeneinander der Menschen sollte wieder ein Miteinander werden. „Es war mein dringendstes Bedürfnis, die Menschen irgendwie zusammenzubringen“, sagte sie.
Um das zu erreichen, musste eine organisatorische Form her. Das war das Startsignal für die neuen Vereine. Es sollten alle Frauen auf dem Lande erreicht werden und zwar mit Angeboten, die allen nützten. Mehr Bildungsmöglichkeiten für Frauen auf dem Lande, so lautete die zentrale Aufgabe. Die Gräfin sprach mit Offizieren der französischen und amerikanischen Besatzungsmächte und schaffte es schließlich, sie von ihren Plänen zu überzeugen. Kaum hatten diese das Vereinsverbot gelockert, schrieb sie an Landratsämter, an Bürgermeister, fuhr von Dorf zu Dorf und von Kreis zu Kreis, um Frauen über die neuen Vereine zu informieren. Die ersten gründete sie manchmal mit nur sieben Frauen. Doch es sprach sich herum und immer mehr kamen dazu. Pfarrers-, Lehrer- und Beamtenfrauen kamen, ehemalige Mitglieder der alten Hausfrauenvereine, Ortsansässige ohne eigene Landwirtschaft, die aber aus landwirtschaftlichen Familien stammten und die neu dazu gezogenen. Gräfin Leutrum wurde zur Vorsitzenden der Vereine in Unterriexingen, der Kreise Ludwigsburg und Leonberg und schließlich am 30. März 1947 des Landesverbandes des damaligen Württemberg-Baden. Auf Betreiben von Marie-Luise Gräfin Leutrum zu Ertingen schlossen sich die einzelnen Vereine am 19. August 1947 zur „Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbände“ zusammen.

 5. Teil  

"Die erste Geschäftsstelle richtete sie im Schloss in Unterriexingen ein. Eines von drei kleineren Zimmern im Obergeschoss wurde zum Schlaf- und Arbeitszimmer der künftigen Geschäftsführerin Regina Frankenfeld. Die aus Ostdeutschland stammende Hauswirtschaftslehrerin wurde für viele Jahre zur wichtigsten Mitarbeiterin der Gräfin. Als Frankenfeld das Zimmer betrat, war sie erstaunt über ihr neues Büro: Berge von Schriftstücken türmten sich auf einem großen Bett, auf einem viel zu kleinen Tisch standen eine ausgeborgte Schreibmaschine und ein paar Aktendeckel. Das Telefon war unten in der Halle. Damit war der Anfang gemacht und die Gräfin in ihrem unermüdlichen Engagement für die Landfrauenarbeit nicht mehr zu bremsen.
Ihr nächstes Ziel war ein länderübergreifender Zusammenschluss der Verbände. Dazu lud sie die Vertreterinnen der Bundesländer in ihr Schloss ein. Aus der im Sommer 1947 entstandenen Arbeitsgemeinschaft entwickelte sich der Deutsche LandFrauenverband (dlv), der im Oktober 1948 gegründet wurde. Wieder wird Gräfin Leutrum zur Vorsitzenden gewählt und bleibt es bis 1970. Von da an setzt sie sich auch für internationale Kontakte ein.
Ein Jahr nach der Gründung wird der dlv Mitglied im Weltlandfrauenverband. Um die Interessenvertretung zu stärken, initiierte sie auf internationaler Ebene in den Organisationen Arbeitsgruppen für Landfrauen und Landfrauenausschüsse. Die Geschäftsstelle des Landes- und Bundesvereins befand sich ab 1950 in Stuttgart, 1972 zog der Bundesverband nach Bonn.

 

letzter Teil                 6.Teil                                       

„Die Aus-und Weiterbildungsangebote waren ihr ein großes Anliegen, Frauen sollten berufstätig, anerkannt und unabhängig werden. Unter der Präsidentschaft von Gräfin Leutrum kämpfte der DLV für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Sie forderte, dass Ungleichheiten abgeschafft werden – zwischen Stadt und Land, aber auch auf dem Hof zwischen Mann und Frau. Als begabte Rednerin benötigte sie nur wenige Notizen. Mit lebensnahen Beispielen überzeugte sie ihre Zuhörer von notwendigen Investitionen. „Frieden erhalten wir nur dort, wo wir um das Gleichgewicht der Kräfte ringen – in der Ehe, in der Familie, in den Dörfern, in den Ländern, im Bund und in den Völkern.“
 Sie empfahl aus eigener Erfahrung: „Versuchen Sie nicht, eine Sache allein durchzupauken, sondern geben Sie den Männern eine Chance, sich zu profilieren – dann sind die Aussichten auf Erfolg besser“. Es ist erstaunlich, wie sie sich in das ländliche Leben hineindenken konnte. Schließlich war sie doch eine Theoretikerin und führte ein ganz anderes Leben. Sie studierte, heiratete und hatte anfangs noch Personal im Haus. Doch sie besaß ein Auge dafür. Sie stürzte sich in die Arbeit und genoss die ersten Erfolge nach den Jahren der Zurückgezogenheit.
 In einem ihrer letzten Interviews sagte Gräfin Leutrum zu der zukünftigen Bedeutung der Landfrauenarbeit: „Ich glaube, wir wissen alle, in welcher Zeit wir leben und welche Verantwortung jeder einzelne, auch jede Frau, für diese Zukunft hat. In unsere Hand ist es gelegt, in welche Richtung es gehen wird.“


 Ende

Um zu sehen, ob Ihr/Sie auch alles lest, wartet am Ende ein kleines Preisrätsel mit Gewinnchancen!!

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